Der BUND Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg begrüßt die Fortschreibung des Nahverkehrsplans – fordert jedoch konkrete und verbindliche Verbesserungen. Aus Sicht des Umweltverbands reicht der Entwurf in seiner jetzigen Form nicht aus, um den öffentlichen Nahverkehr zu einer echten Alternative zum Auto zu machen.
„Der Plan ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber er bleibt zu vorsichtig. Wir brauchen jetzt klare Standards und verbindliche Ziele für eine klimafreundliche Mobilität“, erklärt Regionalgeschäftsführerin Katharina Baudis.
Der BUND fordert unter anderem:
- einen flächendeckenden 30-Minuten-Takt auf allen Hauptachsen
- keine Angebotskürzungen, weder zu frühen Morgen- noch zu Abendzeiten – der ÖPNV muss verlässlich sein
- die Einführung einer echten Mobilitätsgarantie im gesamten Landkreis
- die vollständige Elektrifizierung von Zügen und Bussen sowie den Einsatz erneuerbarer Energien
- den konsequenten barrierefreien Ausbau von Haltestellen und Angeboten
Darüber hinaus müsse der Nahverkehr deutlich nutzerfreundlicher werden:
- On-Demand-Angebote sollen sinnvoll in Fahrpläne integriert werden, statt reguläre Verkehre zu ersetzen
- eine einheitliche Mobilitäts-App soll alle Angebote bündeln
- Echtzeitinformationen und barrierefreie Fahrgastinformationen müssen flächendeckend verfügbar sein
- Verkaufsstellen sollen zu Mobilitätszentralen mit umfassender Beratung ausgebaut werden
Ein zentrales Anliegen ist zudem die stärkere Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer:
- Einrichtung eines regionalen Fahrgastbeirats
- regelmäßige Erhebung von quantitativem und qualitativem Nutzerfeedback
„Der öffentliche Nahverkehr muss einfacher, verlässlicher und attraktiver werden. Nur dann steigen Menschen wirklich vom Auto um“, so Baudis weiter.
Kritisch sieht der BUND auch, dass der Plan bislang zu wenig zur Verkehrsvermeidung beiträgt und keine verbindlichen Klimaziele setzt. „Wir brauchen einen integrierten Mobilitätsplan, der alle Verkehrsarten zusammendenkt und klare Prioritäten für Bus, Bahn und Rad setzt.“
Fazit des BUND: Der Nahverkehrsplan muss deutlich nachgeschärft werden – mit klaren Standards, verbindlichen Klimazielen und einem echten Fokus auf die Bedürfnisse der Fahrgäste. Nur so kann die Verkehrswende im Schwarzwald-Baar-Kreis gelingen.