BUND Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg

Moore & Feuchtgebiete

Bild: Katharina Baudis/BUND

Bedeutende Moore und Feuchtgebiete in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg

Moore sind Kostbarkeiten unserer Landschaft, gewachsen in Jahrtausenden. 300 Jahre brauchte der Mensch, um sie weitgehend zu zerstören.

Dürbheimer Moos, Schwenninger Moos, Zollhausried bei Blumberg, Birkenried-Mittelmess, Unterhölzer Wald, Plattenmoos, Wolfbauernmoor und zahlreiche Missen und Matten im Schwarzwald sind heute noch Hotspots der Artenvielfalt unserer Region, leiden aber bis heute unter Eingriffen durch den Menschen, wie Abtorfung, Entwässerung und landwirtschaftliche Nutzung.

Viele unserer heutigen Moore verdanken ihre Entstehung dem Wirken der Eiszeitgletscher. Sie gestalten Landschaften mit Karmulden und Zungenbecken, hinter deren Moränenmauern sich nach dem Rückzug der Eisströme Seen aufstauten, die zu Flachmooren verlandeten. Unter günstigen hydrologischen Bedingungen- die Wasserzufuhr musste immer die Verdunstung übertreffen - wuchsen über ihnen Jahrtausenden die Schilde mächtiger Regenhochmoore auf.

In Gebieten mit reichlichen Niederschlägen benötigten die Moore für ihr Emporwachsen kein Seenstadium. Hier genügten als Ausgangspunkt für ihr Gedeihen dauernasse Böden. So verdanken zum Beispiel die beiden bis zu 5,56 beziehungsweise 7,55 Meter mächtigen Moorkomplexe des Blindenseemoores ihre Entstehung austretendem Hangwasser. Der Ursprung des Schwenninger Mooses liegt ebenfalls in einem See, der durch Salzauswaschung im Untergund und der darauf folgenden Absackung der Bodenoberfläche entstand..

Der Hauptbestandteil des Bodens in Mooren ist Torf. Er ist der Baustein jeden Moores.Torf entsteht bei hohem Wasserstand und einem Mangel an Sauerstoff. Dadurch werden Pflanzen- und Tierreste nur teilweise zersetzt und bei Sauerstoffausschluss konserviert. Somit sind in Analysen aus Bodenproben deutlich die vorkommenden Vegetationen aus zurückliegenden Zeiträumen erkennbar. Ein Moor ist somit eine Art Archiv.

Ein Moor wächst nur sehr langsam. Man unterscheidet zwischen Nieder- und Hochmoor. Ein Niedermoor ist nährstoff- und basenreicher und kann an Stellen entstehen, an denen das Grundwasser an der Bodenoberfläche liegt. Ein Hochmoor wird nur durch Niederschlag mit Wasser versorgt. Die Torfbodenschichten haben keine Verbindung zum Grundwasser.

Torfmoose sind angepasste Pflanzen, die in Mooren anderen Pflanzen weit überlegen sind. Durch ihre Gewebsstrukturen, die wie Schwämme aufgebaut sind, sind sie optimale Wasserspeicher. Da sie über kein tiefgreifendes Wurzelwerk verfügen, sind sie dazu fähig aus Regenwasser Nährstoffe zu filtern. Sie sind nach ihrem Absterben Hauptbestandteil der Torfbildung in Mooren.

Durch ihre nährstoffarmen Böden bieten Moore hochspezialisierten Arten eine Heimat. Moore sind dafür bekannt, dass sie seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten.

Moore erfüllen eine wichtige Funktion als Wasser- und Kohlenstoffspeicher. Bei hohen Niederschlägen können sie bis zu einem Meter aufschwemmen und dämmen dadurch die Gefahr von Überschwemmungen und Fluten erheblich ein. Darüber hinaus sind in ihnen beinahe die Hälfte des als Kohlendioxid in der Atmosphäre vorhandenen Kohlenstoffs gebunden. Moore sind deshalb noch effektivere Kohlenstoffspeicher als Wälder. Ihr Schutz und ihre Regeneration sollte auch für den Klimaschutz deshalb höchste Priorität haben.

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