Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg
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Pressemitteilung zur B523

31. Juli 2025

Gegner fühlen sich bestärkt, B 523 bringt nicht den versprochenen Nutzen

Pressemitteilung: Gegner fühlen sich bestärkt, B 523 bringt nicht den versprochenen Nutzen

 Villingen-Schwenningen, 30. Juli 2025

 Nach mehrfachen Nachfragen hat das Regierungspräsidium Freiburg gestern Abend die aktuellen Planungsunterlagen zur geplanten Ortsumfahrung B 523 (2. Bauabschnitt) den an den Runden Tischen beteiligten Stakeholdern zugänglich gemacht. 

Die zur Verfügung gestellten Planungsunterlagen bestätigen aus Sicht von Fridays for Future (FFF) Villingen-Schwenningen und BUND Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg die erheblichen Zweifel am Nutzen und an der Sinnhaftigkeit des Projekts.

Obwohl damit die Vorplanung noch nicht abgeschlossen ist, sondern sich das Projekt weiterhin in der Variantenabwägung befindet, zeigen die Ergebnisse, dass die geplante Umfahrung ökologisch und klimatisch inakzeptabel sowie wirtschaftlich fragwürdig ist.

  Laut der bekannt gewordenen Unterlagen ist der Kosten-Nutzen-Faktor je nach Variante bei 0,89 bzw. 1,3, wobei jeder Faktor unter 1 unwirtschaftlich ist. 

Bei der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans 2030 lag dieser hingegen noch bei 3,1, prognostiziert mit Kosten aus 2024.

  "Die nun bekannt gewordenen Daten zur Kosten-Nutzen-Analyse zeigen, dass das Projekt zunehmend unwirtschaftlicher wird. Es lohnt sich nicht und schadet mit Lärm und Abgasen massiv den Anwohnenden und  zerschneidet und zerstört Natur großflächig. Es ist schlicht unverantwortlich!", führt Jonathan Kühner aus, aktiv bei Fridays for Future Villingen-Schwenningen.

  Es wird kritisiert, dass bei Bau die gefahrenen Kilometer stark steigen werden, deutlich stärker als im Bundesverkehrswegeplan bislang angenommen wurde.

„Auch wenn die Fahrzeit geringfügig sinkt, führt der Bau zu mindestens 7 Millionen mehr Fahrzeugkilometern im Jahr. Damit ist der Bau gegen die Verkehrswende und die für den Klimaschutz so wichtige Verkehrsreduktion“, so Kühner. ( S. 25 Wirtschaftlichkeitsuntersuchung)

  Laut Umweltverträglichkeitsstudie sind die Kompensationsmaßnahmen bereits an der Grenze des Machbaren geplant. Diese führt aus: "Die geplanten Bauarbeiten und die neue Trassenführung der B 523 haben signifikante Auswirkungen auf verschiedene Schutzgüter, darunter Biotope, Boden, Wasser, Luft, Klima, Pflanzen, Tiere und die Landschaft. Neben ökologischen Veränderungen sind auch Eingriffe in die Land- und Forstwirtschaft sowie sozioökonomische Folgen zu erwarten. "  ( S. 390 Umweltverträglichkeitsstudie)

Das ist nicht neu und auch der Grund dafür, warum die Straße bisher nicht gebaut wurde. Seit 30 über Jahren hat sich am Wert des Gebiets nichts verändert, im Gegenteil ist es heute sogar noch wertvoller als Naturraum, aber auch für die Anwohner als Erholungsfläche.

  Die Umweltverträglichkeitsstudie untersucht unter Anderem die von dem Bau betroffenen Tier- und Pflanzenarten. So sind zum Beispiel 16 der 25 in Deutschland lebenden Fledermausarten in dem Gebiet gefunden worden, darunter mehrere vom Aussterben bedrohte Arten.

„Die Liste der Tier- und Pflanzenarten die durch die Planung ihren Lebensraum verlieren, ist lang und beeindruckend. Der Gedanke, für diese Arten einen neuen, gleichwertigen Lebensraum in unmittelbarer Nähe schaffen zu wollen, der als Ausgleich für den Verlust zählen kann, ist absurd. Wir opfern diese Tiere einer Straße. Hinzu kommt, dass keine freien  Flächen für den naturschutzfachlichen Ausgleich vorhanden sind, denn dazu müssten zusätzlich landwirtschaftliche Fläche in Anspruch genommen werden, um z.B. Wälder aufzuforsten. Natur und Landwirtschaft verlieren bei diesem Projekt!“ führt hierzu Katharina Baudis, Regionalgeschäftsführerin des BUND aus. 

  Das Gebiet, durch welches die Trasse verlaufen soll, gilt laut Raumwiderstandsanalyse als besonders schutzwürdig: Etwa 90 % des Untersuchungsraums werden der höchsten Raumwiderstandsklasse IV zugeordnet, was gleichbedeutend ist mit großen Beeinträchtigungen für Natur und Umwelt. Zudem befinden sich dort zahlreiche naturschutzrechtlich geschützte Flächen, darunter ein Vogelschutzgebiet, Naturschutzgebiet, Biotope und wertvolle Bodenfunktionen, bei allen geprüften Varianten. (S. 361-363 Umweltverträglichkeitsstudie)

  FFF und der BUND fordern daher einen schnellen Stopp der Planung und schlagen stattdessen konkrete Alternativen wie die Verbesserung des Verkehrsfluss in VS, die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehr sowie die Förderung des Radverkehrs vor, zudem muss Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden. Hierzu braucht es laut den Verbänden baldige Investitionen.

  

Kontakt für Rückfragen:

Katharina Baudis, BUND Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg, 07720-9933353

Jonas Klein, Fridays for Future Villingen-Schwenningen 017654290527

E-Mail: villingen-schwenningen(at)fridaysforfuture.de

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